
Montag, 28. April 2008
Metal Gear Solid 4 Event oder My first night in Paris
Tja, bei einigen Lesern dürfte nun der Neid sehr groß sein, denn Konami lud zu einen Review-Event für Metal Gear Solid 4 nach Paris und da ich der einzige Österreicher dort bin, dürfte ich auch der erste aus unserem Land sein, der erfährt, wie die Geschichte um Solid Snake nun wirklich endet - genau darüber muss ich aber bis zum Review im nächsten Haft Stillschweigen bewahren. Da hilft kein jammern und auch keine Bestechung – ich schweige wie ein Grab, denn ansonsten sorgt Konami wohl dafür, dass ich in einem solchen lande. Neben der Vorfreude auf das Spiel hatte ich aber auch etwas Angst vor der Reise, da ich dachte – ähnlich wie Mr. Bean – nur drei Worte Französisch zu können. Allerdings hatte ich mich da geirrt: Ich verstand doch mehr und lernte auch noch in Sachen Verkehr und Essen dazu.

Das mit dem größeren Wortschatz bemerkte ich zum Einen, als der Busfahrerin, die uns vom Flugzeug zum Terminal bringen sollte und niemand sie einreihen ließ, ein „Merde“ entfleuchte - da stellte sich mein „Wörter, die ich auf französisch kann“-Zähler bereits auf vier. Aber wie ich bei der Fahrt in der Nobel-Limousine zum Hotel bemerkte, war es das auch schon wieder mit den wichtigen Vokabeln, denn als ich zu überlegen begann, welche Worte ich noch kenne, ergab meine Recherche sehr schnell, dass ich in Paris allein nicht weit kommen würde - denn mit Mon Cherry und der Frage nach meinen Bruder Jakob fang ich wohl nicht viel an, vor allem da mein Bruder Stefan heißt. Hinzu kommt, dass Franzosen in Sachen Englisch starke Defizite aufweisen – selbst in dem gebuchten Fünf-Sterne-Tempel sollte man mit ratlosen Blicken rechnen, wenn man nach einem Internetzugang fragt. Höhepunkt meiner Kommunikations-Erlebnisse: Beim Frühstück hatten wir heute einen Kellner, der uns alles Essen französisch anbot, als es aber dann um die Rechnung ging, konnte er plötzlich perfekt Englisch, aber auch nur, weil er die nötigen Phrasen davor auswendig gelernt hatte, da es bei der Rechnung immer wieder Probleme gibt – kaum vorstellbar, wenn man plötzlich eine Rechnung von 38 Euro für einen Kaffee und ein bisschen Essen vor sich liegen hat, oder?

Und hier darf ich mich mit Solid Snake in die Schlacht begeben
Eine weitere Erkenntnis am ersten Tag: Franzosen fahren anders. Straßenmarkierungen dienen nicht wirklich als verbindliche Richtlinie, sondern werden dort eher als Vorschlag angesehen. Das Erstaunliche dabei: Egal ob verbeulter Renault oder Blitz-blanker Mercedes, jeder fährt wie es ihm gerade in den Kragen passt und dies anscheinend auch relativ unfallfrei. So nahm unser Chauffeur (ja, das ist wieder ein französisches Vokal in meinem Wortschatz) eine „Abkürzung“ über eine Bushaltestelle, fuhr dann auf dem Seitenstreifen vor bis es nicht mehr weiterging, lenkte dann wieder auf die richtige Fahrspur und fuhr weiter, als wäre dies total normal. Für mich als Wien-Verkehr-geprüfter PKW-Lenker war aber das Seltsamste daran: Kein anderer Störte sich an dem Fahrstil. Auch bei Ampeln werden Grünphasen etwas gelassener aufgenommen und wer mal länger braucht, hat alle Zeit der Welt. Welch eine Wohltat für jemanden, der normalerweise in einer Stadt herumkurvt, in der man schon bei der Gelbphase losfahren sollte, wenn man an seinem Trommelfell hängt. Mein liebstes Autofahrerlebnis waren aber die Schilder, die offensichtlich für Pannenparkplätze standen: Darauf zu sehen ein Auto von vorne, welches explodiert. Es ist nur ein Gefühl, aber es gibt Pannen, da hilft auch ein Pannenstreifen nichts mehr und Explosionen im Motorraum gehören wohl dazu. Aber generell sind die Franzosen im Straßenverkehr ein lustiges Völkchen, wie etwa ein gesehenes Fahrad-Taxi mit eingebautem Navigationssystem bewies.

Wo Franzosen hingegen keinen Spaß verstehen, ist beim Essen: Aus sprachlichen Gründen beschloss ich mich dazu, mich zu meinen deutschen Kollegen zu setzen, die allerdings alle dasselbe Problem wie ich hatten: Das Essen schmeckte uns einfach nicht – und ich bin nicht wählerisch. Als der Kellner die Vorspeise im selben Zustand wegbrachten, in der sie angeliefert wurde, glaubte er noch an einen einmaligen Ausrutscher, aber als er mitansehen musste, wie wir in dem sicher sehr teuren Restaurant auch die Hauptspeise und Nachspeise kaum berührt zurückgehen ließen und noch dazu die Worte McDonalds und Burger King in den Mund nahmen, sah man den Gastronom (klingt auch irgendwie französisch, oder?) seinen Hass auf uns Krauts deutlich an - sagen traute er sich aber nichts.
Und hier noch der ultimative Tipp, wie man einen Franzosen endgültig zur Weißglut bringt: Man lehnt den angebotenen Wein ab und fragt nach einer Cola, aber bitte mit Eiswürfel … Immerhin: Das Restaurant lag gleich neben dem Eiffelturm und war somit aus der Sicht des Touristen in mir ein Erfolg.
So, und jetzt muss ich wieder Metal Gear Solid 4 spielen - und lasst eins noch gesagt sein: Vergesst alle Gerüchte – sie stimmen (fast alle) nicht …
Geschrieben von Christoph Öhner aka Öhnsky
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in GM: Gastbeitrag, On Tour!
um
19:19
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Tags für diesen Artikel: konami, metal gear solid
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